Badminton ist mehr als „Federball“

Veröffentlicht am 18.09.2010 von Vorarlberger Badminton Verband
Indiaca gespielt

Jagd auf flitzende Federn

Badminton könnte mancher wegen der verwendeten Schläger und dem gefiederten Ball mit dem friedvollen Federball verwechseln. Tatsächlich ist es ein verletzungsarmer Sport, bei dem sich selbst Anfänger wunderbar austoben und wieder richtig auf andere Gedanken kommen können.

Von vielen wird Badminton noch immer als Kindervergnügen belächelt. Doch damit liegt man völlig daneben: die Jagd nach dem flitzenden Federball ist eine der schnellsten Sportarten überhaupt. Bei einem Vergleichstest der einzelnen Fitness-Disziplinen in Bezug auf Kraft, Kondition, Koordination und Schnelligkeit landete Badminton hinter dem Boxen sogar auf Platz zwei – vor so prestigeträchtigen Männersportarten wie Fußball, Eishockey, Football und vielen anderen.

Millionen Menschen schmettern sich in Europa die nur fünf Gramm schweren Federbälle um die Ohren, die besten Profis sind in Südostasien zu Hause. Das Spielfeld ist nur 13,40 Meter mal 6,10 Meter groß. Dennoch ist das ungeheuer spannende Spiel ein hervorragendes Fitnesstraining. Die Spieler sind ständig in Bewegung, müssen schnell reagieren und sich immer wieder auf neue Spielsituationen einstellen. Ständig wechseln Dreh- und Streckbewegungen, Sprünge, Starts und Stops. Koordination, Schnelligkeit und Beinarbeit spielen eine immens wichtige Rolle. Nicht selten erreicht der mit Gänsefedern bestückte Korkball Geschwindigkeiten von 260 Stundenkilometern und mehr.

260 Stundenkilometer

Allerdings muß man keine Angst haben, die Federn bremsen den schnellen Ball auch in Rekordzeit wieder ab. Badminton bringt Herz und Kreislauf auf Trab und ist gut für die Figur: Bis zu sechs Kilometer legen gute Spieler pro Match zurück, verlieren dabei bis zu 600 Kalorien.

Das Spiel ist trainingswirksamer als Tennis, die Verletzungsgefahr geringer als beim Squash. Vorteil: Selbst Ungeübte kommen wesentlich schneller zu einem spannenden Spiel. Denn da der Ball im Flug durch Federn schnell wieder abgebremst wird, ist er leichter zu treffen als ein Tennis- oder Squashball. Ein kontinuierliches Spiel mit rasanten Ballwechseln kann entstehen. Entstanden ist das Badminton-Spiel im Jahre 1870. Auf dem feinen Landsitz des Herzogs von Beaufort in der englischen Grafschaft Gloucestershire fanden die ersten Partien statt. Warum der Name? Ganz einfach: Der Landsitz hieß Badminton-House.

Aus adeligem Hause

Badminton läßt sich zu zweit oder zu viert spielen. Jeder eigene Fehler ergibt einen Punkt für den Gegner. Wem es gelingt, den Ball so über das Netz zu schlagen, daß der Gegenspieler ihn nicht aus dem Flug zurückschlagen kann, bekommt einen Punkt, wer 21 Punkte erreicht, hat gewonnen. Das Netz darf übrigens dabei nicht berührt werden.

Die Federbälle bestehen aus Kork, haben 16 fest verankerte Naturfedern. Federbälle aus Plastik sind zwar haltbarer, aber eher nur für das Training geeignet. Für die Schläger gilt: je leichter der Rahmen, desto schneller läßt sich damit spielen. Rutschfeste Hallenschuhe gehören ebenfalls zur Ausrüstung. Anfänger sollten den schnellen Sport allerdings erst einmal richtig ausprobieren: Erst nach ausgiebigem Hineinschnuppern lässt sich sagen, ob man dabeibleiben will – vielleicht ist es ja auch zu anstrengend...

Monika Krucker

Monika Krucker hat die geschichtliche Entwicklung des Federballobjektes in verschiedenen Kulturen in einem kleinen Meisterwerk festgehalten. Dieses kleine Gesamtkunstwerk liefert wissenschaftlich-historisch visualisierte Beiträge aus der Badmintongeschichte.

Das Buch informiert über die Zeitspanne von ca. 600 n.Chr. in China bis 1873 in England (Spiel auf dem Landsitz Badminton) und ist reich mit neuen malerischen Rekonstruktionen bebildert. Im Zentrum steht der Federball als faszinierendes Objekt und die Menschen in den verschiedenen Kulturen, die mit diesem Flugobjekt leidenschaftlich spielten.

Ein außergewöhnlich gestaltetes Buch mit künstlerischen Werken farbig bebildert und inhaltlich sorgfältig recherchiert von Monika Krucker.

(Zitat: www.monika.krucker.ch)

Der VBV bedankt sich bei Monika Krucker, die uns die beiden wunderschönen Bilder auf dieser Seite zur Verfügung gestellt hat.

Der Federball und die Menschen, die mit ihm spielten

Künstlerische Umsetzung von Monika Krucker über die geschichtliche Entwicklung des Federballobjektes in verschiedenen Kulturen

 

 

 

www.monikakrucker.ch

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